RSI Relative Strength Index
von Christoph Hofmann (Metatrader)
Der
Relative
Strength
Index wurde 1978 in dem Buch
New Concepts in Technical Trading Systems von Welles Wilder
vorgestellt. Der Name ist etwas irreführend, da der RSI nicht die relative
Stärke von zwei Wertpapieren zueinander, sondern aus der Stärke von
Kursverlusten und der Stärke von Kursgewinnen die
innere Stärke eines
Wertpapiers ermittelt. Der RSI gehört zur Gruppe der Momentum Oszillatoren
und kann Werte zwischen 0 und +100 einnehmen. Da der RSI mit leichten
Variationen in praktisch jedem Chartprogramm implementiert ist, beschränke
ich mich bei der Berechnungsmethode auf die von Wilder vorgestellte.
BerechnungDie Berechnung des RSI ist recht einfach und kann auch von Hand vorgenommen
werden. Zunächst wird jeweils die Summe der Schlusskurse mit steigenden
(SummeUpDays) und fallenden (SummeDownDays) Notierungen über einen fest
definierten Zeitraum (Wilder benutze 14 Tage) gebildet.
Im Anschluss daran werden die Summen durch die Anzahl der Tage innerhalb des
Zeitraums dividiert, also: UpAverage :=SummeUpDays/AnzahlTage, DownAverage
:=SummeDownDays/AnzahlTage,
Der RSI errechnet sich dann nach der folgenden Formel:
RSI := 100 * UpAverage (UpAverage + DownAverage)
InterpretationIn Wilders Buch wurden folgende Anwendungsmöglichkeiten des RSI aufgezählt:
Tops und Bottoms
Der RSI bildet sein Hoch gewöhnlich oberhalb von 70 und sein Tief unterhalb
von 30. Gewöhnlich sind die Extrempunkte des RSI zeitlich vor den
Extrempunkten des Basiswertes.
Chart Formationen
Oftmals sind Trendlinie und Chartformationen im RSI besser ausgebildet als
beim Basiswert.
Failure Swings / Divergenzen
Es wird zwischen einem Top und einem Bottom Failure Swing unterschieden.
Beim TFS (bearishe Divergenz) bildet der RSI zunächst mit dem Basiswert
zusammen ein neues Hoch. Nach einer kleineren technischen Korrektur
überwindet der Basiswert diese Hochs, während der RSI diese Bewegung aber
nicht mehr vollständig nachbildet und kein neues Hoch mehr bilden kann. Beim
BFS (bullishe Divergenz) bildet der RSI zunächst mit dem Basiswert zusammen
ein neues Tief. Nach einer kleineren technischen Korrektur markiert der
Basiswert neue Tiefpunkte, während der RSI aber schon beginnt zu steigen und
keine neuen Tiefs mehr bildet.
Grundsätzlich ist ein Wertpapier sehr bullish, wenn sie längere Zeit über 70
notiert bzw. sehr hohe Werte im RSI erreicht und sehr bearish, falls sie
längere Zeit unter 30 notiert oder sehr tiefe Werte im RSI erreicht.
BewertungOftmals wird das Kreuzen des Kurses mit den Signallinien bei +70 von oben
bzw. bei +30 von unten als Handelssignal eingesetzt. Diese Signale erweisen
sich bei Systemtests in der Regel als sehr schlecht und man sollte daher von
dem Gebrauch absehen.
Sehr gut hingegen eignet sich der RSI zum Erkennen von Chartformationen,
Trendlinie und Divergenzen.
