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Thema: Arbeitsmarktdaten und Reaktionen der Aktienmärkte
mr.de  Am: 08.12.2006 22:23:40 Gelesen: 3585# 1 @  
Hallo

habe gerade zwei Fragen da ich meine Hausaufgaben nicht ganz verstehe.

1). Auf Onvista kam die Meldung zwecks den Arbeitsmarktdaten um 14.45 Uhr, leider viel zu spät da der Dax schon um ca. 0,5% schon gestiegen war. Wie bekomme ich denn schneller also kurz nach 14.30 Uhr an die Daten?

2). Wieso ist denn wieder kurz dannach also ca. 14.50 Uhr der Dax auf Minus 0,5% gefallen? War doch alles positiv? Oder nicht? Hatte dies mit dem Leitzins in Russland zu tun?

Hoffe die Frage ist hier richtig aufgehoben.

danke
und schönes WE
Mike
 
Cosa  Am: 09.12.2006 10:18:02 Gelesen: 3577# 2 @  
@ mr.de [#1]

Guten Morgen,

früher an die Daten würden sicherlich so einige gern *g*

Das läuft in den USA definitiv anders als in Deutschland; hier werden die Arbeitslosenzahlen ja zuerst in der Springerpresse publiziert.

Die Statistik darf absolut nicht vor 14.30 veröffentlicht werden; Nachrichtenagenturen haben die Daten ja schon, würden sich aber strafbar machen.

Es steht da:

"Transmission of material in this release
is embargoed until 8:30 A.M. (EST),
Friday, December 8, 2006."

http://stats.bls.gov/news.release/empsit.nr0.htm

Ansonsten reagiert der Markt m.E. nicht auf die Qualität der Zahlen, es sei denn die Daten überraschen extrem. 14.30 ist ein netter Triggerzeitpunkt *g*

Gruss
Cosa
 
TimeTrade  Am: 09.12.2006 11:14:12 Gelesen: 3568# 3 @  
@ mr.de [#1]

das Thema hatten wir hier zwar schonmal, aber in Kurzform:
-zeitnahe News kosten richtig Geld (z.B. VWD-Global 200EUR/Monat), zeitnah und auch noch gut kommentiert, dann noch teurer (Reuters/Bloomberg)
-als Alternative für interessierte: BoombergTV, die sind zwar etwas langsamer (Sekunden) wie der echte teure NewsFeed am Terminal, aber auf alle Fälle schneller wie alles was frei im Netz verfügbar ist
-was nützen die besten zeitnahen Zahlen, wenn man selbst erst lesen, verstehen überlegen und dann eine Order tippen muss ? Die ersten Marktreaktionen (die erste knappe Minute nach Veröffentlichung) gehören Leuten oder Automaten die vorbestimmte Szenarien sehr schnell umsetzen können

Die Auswertung von Zahlen ist ein komplexes Gebiet. Selbst wenn man die Zahlen vorher hätte, wäre das was daraus wird meist schwer zu sagen. Viele an sich gute Intradaytrader tun sich das auch garnicht an, und schauen erstmal zu bevor sie wieder in den Markt gehen

Wie @Cosa sagte, wenn Zahlen nicht "extrem" überraschen, dann ist die "BLEIBENDE" Marktreaktion meist gering.
Trotzdem reagiert der Markt immer, denn zuerst werden die, welche sich vorab eine Meinung gebildet haben und diese durch die Zahlen für sich bestätigt sahen ihre Orders möglichst schnell umsetzen.
Wenn diese Leute dann erkennen, das andere die Sache wohl anders beurteilen und sich nix weiter bewegt, dann werden können sie Positionen auch gleich wieder gedreht werden. Das sind dann im Chart die "Nadeln" ;)

Jeder muss selbst wissen, ob er sich zutraut mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln die News im Markt aktiv zu handeln...
 
newstrader  Am: 09.12.2006 13:06:17 Gelesen: 3551# 4 @  
@ TimeTrade [#3]

Wichtige Punkte! Deshalb könnte man sich sogar auf den Standpunkt stellen man verzichtet ganz auf eine Nachrichtenagentur und handelt nur nach den Preisbewegungen. Für viele ist das vielleicht besser. Noch besser wäre es für viele wahrscheinlich, ihre Kugeln für die Zeit ganz aus dem Spiel zu nehmen.

gruß
 
wuelle  Am: 09.12.2006 14:38:45 Gelesen: 3544# 5 @  
@ mr.de [#1]

Um die Bewegung des Marktes nach der Veröffentlichung von wichtigen Nachrichten antizipieren zu können, sind zwei Prognosen notwendig:

1. Wie fällt die Zahl aus? Genauer: Wie weit ist die Abweichung von der Erwartung?
2. Wie fällt die Reaktion auf das Eintreffen der Erwartung bzw. Abweichen von der Erwartung aus?

Prognosebasiertes Trading ist in diesem Umfeld recht schwierig.

Ich habe Statistiken darüber angelegt, wie der Markt in der Vergangenheit auf die verschiedenen Zahlen reagiert hat. Da weiß man schon mal, was auf einen zukommen kann. Daneben sollte man sich Intraday Charts (am besten Tick-Bars) zu der jeweiligen Veröffentlichung anlegen.

Wenn man das Zahlenmaterial und die Charts studiert hat, kann man nach Möglichkeiten suchen, von der Volatilität durch News zu profitieren.
 
he96  Am: 09.12.2006 14:47:15 Gelesen: 3540# 6 @  
@ wuelle [#5]

""Genauer: Wie weit ist die Abweichung von der Erwartung?""

BINGO - das ist es ! Es kommt GAR NICHT drauf an, ob die Zahl selber gut oder schlecht ist oder der Wirtschaft es gut oder schlecht geht, sondern WOMIT (mit welcher Zahl) man VORHER gerechnet hat (erwartet wurde).

gruss hans
 
TimeTrade  Am: 09.12.2006 17:22:55 Gelesen: 3516# 7 @  
@ he96 [#6]

Und genau bei der Veröffentlichung/Kommentierung dieser "Prognose/Erwartung" unterscheiden sich die einzelnen NewsFeeds. Oft wird nur lapidar auf Konsens oder Schätzung verwiesen... oder eben doch etwas mehr "Inhalt" zur Erwartung, und der wohl bereits vorhandenen Einpreisung usw. geliefert...

Es gibt also die "letzte Zahl", die (aktuelle) "Erwartung", die (aktuelle) "Einpreisung", das "Marktumfeld" und dann die "neue Zahl" sowie letztendlich das Ergebnis der "ersten" Marktreaktion

Wer solche ausführlichen Info's aus verlässlicher Quelle zeitnah hat und richtig versteht / nutzt, der hat einen Vorteil.

@ wuelle

Ich weiss ja nicht was/wie du analysierst, aber selbst mit einer historischen Tablle aus den 6 genannten Werten bekommt man schon mit, worauf man achten sollte. Nur leider rückt niemand gerne seine guten Daten zur Einpreisung und Marktumfeldklassifizierung heraus, denn hier liegt ja der Bewertungsschlüssel.
 
mr.de  Am: 12.12.2006 10:27:16 Gelesen: 3451# 8 @  
@ alle

Vielen Dank für die Antworten. Habt mir schon sehr geholfen.

gruß

Mr.de
 
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